14.07.20

14.7.20 - Sooss

Nach 48 Stunden Pause wieder eine MTB-Tour. Beim Aufstehen hatte es frostige sieben Grad und viel wärmer wurde es auch nicht. Das mit der Klimaerwärmung funktioniert nicht wirklich, wir haben Mitte Juli Temperaturen wie sonst Ende Oktober.

34 km in 2h - 649 Höhenmeter - 17,2 km/h - 120 W - 157 W NP - 864 kcal bei durchschnittlich 16 Grad. Bis Baden Schmerzen im kaputten Knie, danach ging es besser.

Fotos von der Tour

12.07.20

12.7.20 - Heiligenkreuz-Kreith

Nach den 35 Grad am Freitag jetzt eine deutliche Abkühlung - 16 Grad, starker Nordwind bei Sonne und Wolken.

Die längste und steilste Fahrt seit meinem Unfall mit 22 km in 1h 20' - 539 Höhenmeter - 16,2 km/h - 122 Puls (Radfahren regt mich anscheinend weniger auf als Gehen - beim Gehen ohne Orthese habe ich einen Puls von 150 plus!) - 134 W - 171 W NP - 701 kcal.

Fotos von der Tour

Drei MTB-Touren in einer Woche - zurück ins Leben!

In dieser Woche drei MTB-Touren! Hätte mir das jemand Mitte April gesagt, hätte ich ihn für verrückt gehalten.

Zu diesem Zeitpunkt steckte ich als Corona-Opfer im Immobilizer von Speising und würde heute noch dort stecken.

Die Ambulanz ist nach wie vor geschlossen, obwohl der Gesundheitsrat Hacker das Gegenteil behauptet - ein Blick auf die Website von Speising bestätigt die Lügengeschichte des Politikers!

Gott sei Dank ist alles so gelaufen, wie es gelaufen ist und ich kann nach hartem Aufbautraining wieder mit meinem Sport anfangen.

Nach der ersten Miniausfahrt mit 8 km am 30. Juni war ich fast tot und brauchte acht Tage Erholung. Die Hauptprobleme waren: Wie komme ich aufs Radl, wie steige ich vom Radl und wie drehe ich um. Dank an meine Physiotherapeutin Olivia Linder, an Gabi König und Frodo von Casvalon, dass ihr diese Dinge mit mir in der Garage geübt habt!

Am Mittwoch dann 14 km und 336 Höhenmeter, am Freitag 16 km und 444 Höhenmeter und heute am Sonntag 22 km und 539 Höhenmeter. Das Setting war immer wie folgt: Radtour in der Früh, sofort nach dem Duschen Bein hochlagern und Eis auflegen und dann 48 Stunden Pause bis zur nächsten Ausfahrt.

Bei längeren, steilen Bergstücken zwickt der zerfetzte Meniskus im kaputten Knie, aber die Schmerzen sind aushaltbar - ich werde trotzdem jetzt wieder etwas zurückschalten.

10.07.20

10.7.20 - Kreith

Nach der ersten post-Unfall-MTB-Tour brauchte ich sieben Tage Erholung, nach der zweiten nur mehr einen Tag.

Heute war ich wieder fit und wollte einmal testen, ob längere, steilere Bergaufstrecken auch schon möglich sind. 

Sie sind es - 150 Höhenmeter am Stück mit Steigungen über 20% gehen schon mit leichten Schmerzen im Knie.

16 km in 1h 2' - 444 Höhenmeter - 15,5 km/h - 134 Puls - 127 W - 174 W NP - 477 kcal bei tollem Sommerwetter.

Fotos von der Tour

08.07.20

8.7.20 - Groisbach

Die erste Ausfahrt nach 1/3 Jahr Radpause vor acht Tagen bescherte mir einem Bombenmuskelkater. Ich konnte mich drei Tage nicht rühren, daher die lange Pause.

Nach der gestrigen Therapieeinheit mit Olivia war es heute wieder Zeit für eine weitere Testfahrt. Das erste Mal seit dem Unfall im leichten Gelände sogar mit einer Flussüberquerung.

14 km in 50' - 17 km/h - 336 Höhenmeter - 124 Puls - 136 W - 179 W NP - 408 kcal. Keine Probleme mit dem Knie, gegen Ende der Tour starkes Pochen im Bereich des rechten Innenmeniskus (aber das kam vielleicht von der Kniebandage, die ich vorsichtshalber trug).

Nach der Tour Bein hochlagern und Eis aufs Knie - ein weiterer Schritt zurück ins normale Leben, ich bin glücklich!

Fotos von der Tour

30.06.20

Unhappy Triad in Zeiten der Pandemie

Am 10. März passierte mir der schwere Sturz. Die Frau hat mich gerettet und sicher im Benz nach Hause gebracht. Bein hochlagern, Eis drauf - aber leider keine Besserung. Am nächsten Tag entschieden wir uns gegen das UKH Meidling für das Orthopädische Spital Speising.

Nach langen Diskussion am Empfang (wie zu erwarten) Aufnahme in die Akutambulanz und erste Untersuchung mit der Diagnose "Unhappy Triad" (Der englische Begriff Unhappy Triad (dt. ‚unglückliche Triade‘) beschreibt die Kombination aus einem Riss des vorderen Kreuzbandes (lat. Ligamentum cruciatum anterius), des Innenmeniskus (Meniscus medialis) und des medialen Kollateralbandes (Innenband) (Ligamentum collaterale tibiale)). Röntgen der Kniescheibe mit Ausschluss eines Risses der Partellasehne und Bruchs der Kniescheibe.

Nach fünf Stunden in Speising bekam ich einen sogenannten "Immobilizer" verpasst und erhielt einen Termin in der Knieambulanz am 23.3. um 09:00 zu dem ich einen MRI-Befund mitbringen solle.

Die Suche nach einem MRI-Zentrum gestaltete sich schwierig, aber als zahlender Privatpatient (Euro 240,-) bekam ich sofort am 12.3. im Diagnosezentrum Dr. Rödler et al. in Mödling einen Termin.

Die vernichtende Diagnose in der Kurzfassung: Ruptur des vorderen Kreuzbandes, komplexe Ruptur des medialen Mensikus, meniskokapsulärer Einriss des lateralen Mensiskus, partielle Läsion des medialen Kollateralbandes, Fraktur am lateralen Femurkondyl, Knochenmarksödeme, Gelenkserguß....

..... und dann kam Corona.....

 Am 16.3. wurde der Ambulanztermin vom OSS telefonisch abgesagt nach dem Prinzip "don't call us, we don't call you" - und ich konnte ab dann mit meinem Immobilizer verrecken - ein Kollateralopfer von Corona halt!

Ich humpelte wochenlang mit der Schiene herum, die Muskeln wurden immer weniger, von einem Gangbild konnte man nicht sprechen - Quasimodo-Schlurfen in Reinkultur quasi.

Am 6.4. telefonierte ich mit einem Freund aus Tirol und wir sprachen auch über meine Situation. Er bat mich, ihm die MR-Bilder zu mailen, damit er sie dem Teamarzt des ÖSV zur Begutachtung weiterleiten könne. Ich erwartete mir davon genau gar nichts, aber schickte ihm die Bilder.

Eine Stunde später rief mich Dozent Dr. Christian Hoser aus Innsbruck an und damit wendete sich alles zum Guten. Innerhalb von einem Tag organisierte mir Doz. Hoser eine Ärztin in Mödling. Bereits am 10.4. hatte ich einen Termin bei Frau Dr. Barbara Schwab.

Sie untersuchte mein Knie und verschrieb mir eine bewegliche Orthese (Secutec Genu) zuerst mit 60 Grad, zwei Wochen später dann mit 90 Grad, Inhixa und Reparil. Sie organisierte mir außerdem mit Oliva Linder eine Physiotherpeutin, die selbst in Covid-19-Zeiten mit MNS und Abstand Therapiestunden gab - ich hatte meine erste bereits am 14.4.

Olivia ist eine ganz tolle Therapeutin. Sie gibt einem Sicherheit und Vertrauen auch ohne Bänder im Knie wieder ein normales Leben führen zu können. Wir übten Gehen mit und ohne Orthese, ich bekam jede Menge Übungen und begann wieder zu trainieren, um den Muskelabbau umzukehren und Stabilität im Knie zu gewinnen.

Am 23.4. dann das erste Training am Crosstrainer. Ziel in dieser Phase war es, die Knochenödeme und Schwellungen am rechten Bein zu beseitigen und das Knie für eine eventuelle Operation vorzubereiten. Dr. Hoser operiert in Neu-Rum bei Innsbruck, die Grenzen zu Deutschland waren aufgrund der Pandemie gesperrt - wie kommt man nach Tirol, wie kommt man als operierter Krüppel zurück nach Mayerling?

Am 18.5. Termin bei Frau Dr. Schwab und Facetime-Meeting mit Dozent Hoser (Untersuchung des Knies, Gangbild) und die Entscheidung, den konservativen Weg ohne Operation zu versuchen.

Am 19.5. Start des Trainings am Ergometer ohne Orthese und "Voigas" wie der Wiener sagt. Bis heute 500 km am Ergometer gefahren. Intensives Training mit Gehen, Ergometer, Schwimmen und Krafttraining bis zur ersten Ausfahrt am MTB am 30.6.

Und diese erste kurze, flache Ausfahrt ist gut gegangen - ich bin zurück im Leben - dank Dozent Hoser, Frau Dr. Schwab und Oliva Linder, denen ich unendlich dankbar bin.

Inzwischen gibt der sozialistische Stadtrat Hacker von Wien seit Wochen lustige Pressekonferenzen, in denen er behauptet, dass alle Ambulanzen arbeiten - das ist eine Lüge Herr Hacker!

Ich warte seit 16.3. auf einen Termin der Knieambulanz in Speising. Bis heute - 3,5 Monate nach dem Lockdown keinerlei Info ... und auf der Website steht - "In der Zwischenzeit gilt: Wir kommen auf Sie zu! Wenn Sie einen ursprünglich vereinbarten (Ambulanz- oder Behandlungs-)Termin hatten, werden Sie von unserer Patientenadministration kontaktiert, um die Möglichkeiten für Ihre ganz individuelle Begutachtung oder Behandlung zu klären." - passiert ist genau gar nichts! - Danke Herr Hacker für Nichts!

Fotos des Wahnsinns

Die erste Testfahrt - 112 Tage nach dem Unfall

Meine Physiotherapeutin hat mir schon vor einer Woche grünes Licht für eine vorsichtige Testfahrt gegeben (nur Asphalt, kein Gelände, keine SPD-Clips).

Ich habe mich noch nie in meinem Leben so angeschissen wie vor dieser ersten Radtour nach über 100 Tagen Rekonvaleszenz. Mir sind immer neue Ausreden eingefallen - zu viel Wind, zu viel Regen, zu wenig Sonne - mimimimimimimimi.

Aber heute war es soweit. Alle Sensoren (Powermeter, Pulsgurt) mit allen Geräten (Edge 820 und fenix 6 pro) gepairt, Live-Track gestartet damit mich die Frau jederzeit überwachen kann und ab ging die Post.

Die Performance ist für mich völlig nebensächlich: 9 km in 29' - 17,9 km/h - 94 Höhenmeter - 121 Puls - 131 W - 169 W NP - 224 kcal.

Bergauf mit dem Grannygear und keinerlei Schmerzen im Knie, Auf- und Absteigen macht noch Probleme, Umdrehen macht extreme Probleme, aber es läuft!